Sonderfall: Hufrehe

- eine Systemerkrankung häufig mit Langzeitschäden

"Hufrehe" ist eine Systemerkrankung. Sie kann von vielen Faktoren ausgelöst werden (Stoffwechselprobleme, Fehlstellungen, mechanischen Problemen, Vergiftungen oder Überbelastung) und muss je nach Auslöser auch individuell betrachtet werden.

Durch die Erkrankung meiner eigenen beiden Pferde an Hufrehe bin ich zum Entschluss gekommen, eine Ausbildung als Hufbearbeiterin zu beginnen. Gerade bei der Hufrehe-Erkrankung ist eine angepasste Therapie und Ursachenforschung enorm wichtig.

Welche Fragen bewegen einen Pferdebesitzer mit einem Hufrehepferd? 

  • Wie soll ich im akuten Schub vorgehen? Was ist zu beachten?
  • Wie soll die Hufbearbeitung aussehen?
  • Benötigen wir wirklich Hufeisen?
  • Was und wie viel soll ich meinem Pferd füttern?
  • Wie sieht das Bewegungsprogramm aus?
  • Wie therapiert man Hufrehe beim Pferd?


Meine Erfahrung / Wissen in Bezug auf Hufrehe:


Die Therapie der Systemerkrankung "Hufrehe" hängt nicht nur von der Hufbearbeitung ab - es sind viele Faktoren - insb. auch die Ernährung des Pferdes zu hinterfragen. 

Einen Vorschlag für ein Konzept zur Ernährung eines Hufrehepferdes biete ich als gelernte Futtermittelberaterin für Pferde (herstellerunabhängig) auf Anfrage gerne an.

Hier sieht man den Ausschnitt einer Heuanalyse.
Insbesondere der Fruktan und Gesamtzuckerwert sind für Hufrehe-/ Stoffwechselerkrankte Pferde von Bedeutung und sollte hinterfragt werden.

Hier sieht man die Entwicklung eines typischen Rehehufes. Die Reherille wächst im Laufe der Zeit herunter, die Zehe (anfangs viel zu lang, beginnt zu schnabeln) wurde zurückgesetzt und die untergeschobenen Trachten wieder korrigiert.

Kurze Intervalle waren hier ausschlaggebend.


Das Röntgenbild eines Hufes incl. eingezeichneter Hufbeinform, Wandlinie des Hufbeins und tiefer Beugesehne. 

Bei einer Hufrehe trennen sie durch Ödembildung die Hornkapsel (äußeres des Hufes) und das Hufbein (Knochen, hier grünes Dreieck). Die Lederhaut, die dazwischen liegt ist beschädigt. Durch den Zug der tiefen Beugesehne (hier blaue Linie) kann das Hufbein zum Rotieren gebracht werden. Auch eine Senkung, Ausschuhen oder Durchbrechen des Hufbeins ist möglich. 

Dieser Prozess ist für das Pferd sehr schmerzhaft - akuter Handlungsbedarf liegt vor.